Denn: Eine Stadt, die ihr Theater schließt, gibt sich selbst auf.

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Sonntag, 4. Dezember 2011

Letzter Vorhang? Ohne uns.... Macht mit bei der Mailingaktion!

Liebe Theaterfreunde aus Zittau und Umgebung!

Die Lage um unser Haus ist sehr alarmierend. Der eine oder die andere wird jetzt sicher sagen: “Ach wie oft habe ich das in den letzten Jahren schon gehört? Ist doch sicher wieder heiße Luft.” Schön wäre es... Die aktuell noch unter vorgehaltener Hand diskutierten, eher zufällig durch die Sächsische Zeitung öffentlich gemachten Pläne sprechen jedoch eine andere Sprache. Sollten die Pläne im Mai vom Kreistag in dieser Form abgesegnet werden, bedeutet das für unser Haus den Tod auf Raten.
Wir müssen uns Gehör verschaffen und den Verantwortlichen die Tragweite ihrer Entscheidungen deutlich machen! Jede(r) Einzelne kann dabei mithelfen. Neben den an immer mehr Stellen in der Stadt ausliegenden Unterschriftenlisten, können Sie/könnt Ihr aber auch ganz persönlich aktiv werden. Schreibt Briefe! E-Mails! Faxe! an alle, die in die Kreistagsentscheidung involviert sind und auch an die Medien, damit unser Aufruf nicht im Verborgenen bleibt. Nachfolgend haben wir einen Textvorschlag für einen Brief an die Entscheider vorformuliert. Wer nicht selbst formulieren will, kann den Brief einfach in sein/ihr Mailprogramm kopieren und unter dem Betreff: “Bürgeranfrage: Ich möchte nicht auf den letzten Vorhang warten!” an die folgende Mailing-Liste schicken. Bitte unbedingt mit vollem Namen und Adresse unterschreiben, damit den Herrschaften klar wird, dass es sich um “echte” Bürgeranfragen handelt und nicht um eine Spam-Attacke...
Bitte ermöglicht auch den Theaterliebhabern ohne Internetanschluss das Schreiben! Druckt den Brief aus, verteilt ihn an Eure Eltern, Großeltern, Nachbarn. Diese mögen ihn dann bitte ebenfalls mit voller Adresse unterschreiben und per Post oder Fax an:
Landratsamt Görlitz
Herrn Landrat
Bernd Lange
PF 30 01 52
02806 Görlitz
schicken. Fax Nummer: +49 (3581) 66379000
Hier die Mailingliste:
landrat@kreis-gr.de, michael.kretschmer@bundestag.de, a.voigt@zittau.de, sz.zittau@dd-v.de, ilja.seifert@bundestag.de, wolfgang.gunkel@bundestag.de, fum@nl-verlag.de, anett.boettger@gmx.de, stmeyer.zittau@t-online.de, lehmann-loebau@t-online.de, bandmann.wahlkreisbüro@t-online.de, peter-schowtka@web.de
In der Liste stehen neben dem Landrat und dem OB der Stadt Zittau auch Journalisten, die Bundestagsabgeordneten unseres Landkreises, Kreistagsabgeordnete sowie Kulturstaatsminister Naumann.... nicht alle werden antworten, aber alle werden es lesen müssen! Die Liste kann natürlich gern erweitert werden. (Sollte es fehlerhafte Adressen in der Liste geben, bitte kurze Rückmeldung an uns.)

Der Text:
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Sehr geehrte Damen und Herren,
mit großer Bestürzung habe ich in den vergangenen Tagen den Medien entnommen, dass im Mai 2012 durch den Kreistag des Landkreises Görlitz ein neues Sparprogramm verabschiedet werden soll. Nach den bekannt gewordenen und bisher nicht dementierten Plänen werden dabei insbesondere das Zittauer Theater und sein Ensemble und also wir Bürgerinnen und Bürger aus Zittau und Umgebung die Leidtragenden sein.
Ich bitte Sie höflich, bei den zweifellos notwendigen Einsparungsplänen folgendes dringend zu beachten:
  1. Gerade in einer strukturschwachen Region wie der unseren ist das Theater nicht nur ein unverzichtbarer Identifikationsort, sondern ein wichtiger Generator von Lebensqualität.

    Gerade in Zeiten des demografischen Wandels ist das Theater ein unverzichtbarer Vermittler von Bildung für die hier aufwachsenden Kinder und Jugendlichen. Kürzungen beim Theater beschneiden direkt die Möglichkeiten sowohl unserer jungen Eltern als auch unserer Schulen und der Hochschule Zittau/Görlitz zur Vermittlung kultureller, insbesondere auch sozialer Kompetenz.

    Das Theater ist wichtiger Wirtschaftsfaktor der Stadt Zittau und der gesamten Region. Im Vordergrund stehen dabei noch nicht einmal die gefährdeten Arbeitsplätze in der Theater GmbH, sondern besonders die zahlreichen, von einem schleichenden Sterben des Theaters betroffenen, Dienstleistungsbetriebe von der Reinigungsfirma bis zur Druckerei.

    In einer mehr und mehr vom Tourismus abhängigen Region bedeutet der Wegfall des Theaters einen empfindlichen Nachteil im Ringen um touristische Übernachtungsgäste. Gerade zahlungskäftige, kulturaffine Touristen sind es jedoch, welche wir hier am dringendsten benötigen.
Sehr geehrte Damen und Herren, die geplanten Kürzungen bedeuten für unser Theater einen langsamen Tod auf Raten. Ich möchte Sie bitten, sich persönlich dafür einzusetzen, dass alles menschenmögliche getan, jede noch so kleine Option sorgfältig geprüft wird, dass im Theater Zittau nicht über kurz oder lang der letzte Vorhang fallen muss!!!
Ich freue mich auf Ihre Antwort!
Mit freundlichen Grüßen
Name
Straße
Wohnort
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Falls Antworten kommen, postet diese bitte auf unserer Facebook-Seite: www.facebook.com/ZittauBrauchtSeinTheater Danke für's Mitmachen!!!

Kommentare:

  1. Die E-Mailadresse von Herrn Bandmann muss geändert werden, da in E-Mailadressen keine Umlaute vorkommen (dürfen) und E-Mails so nicht versandt werden können.
    Für michael.naumann@bundestag.de erhielt ich eine Fehlermeldung, dass der Nutzer unbekannt sei. Dem sollte wohl einmal nachgegangenwerden.

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  2. Bekomme leider auch mehrere Fehlermeldungen und kann die Mail nicht versenden...

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  3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  4. Wir haben festgestellt, dass die fehlerhafte Adresse überflüssig war. An ihrer Stelle gilt eine der bereits gelisteten Adressen.

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  5. Wir unterstützen die Kampagne zum Erhalt des Zittauer Theaters als eigenständiger Spiel- und Produktionsstätte. Die Stadt Zittau mit 28.000 Einwohnern ist aber kaum in der Lage, mehr als die bisherigen ca. 530.000 € Sitzgemeindeanteil zu tragen. Wir haben deshalb im Juli folgende Initiative auf den Weg gebracht:

    "Zittauer Bündnisgrüne schlagen Theater-Zweckverband vor"
    SZ Zittau, Mittwoch, 13. Juli 2011

    von Horst Schiermeyer

    Soll Zittau sich wieder an der Gerhart-Hauptmann-Theater GmbH beteiligen? Von verschiedenen Seiten wird dies vorgeschlagen, um eine angesichts der Kürzung der Kulturraumförderung, der Tarifvertragsverhandlungen und des Görlitzer Übergewichts in der GHT-GmbH befürchtete Abwicklung des Zittauer Theaters als eigenständiger Spielstätte zu verhindern. Wir meinen ebenfalls, dass das Zittauer Theater einen größeren Rückhalt braucht. Allerdings sehen wir dabei ein wichtiges Problem:

    In Zittau leben knapp 28.000 Einwohner, in Görlitz fast doppelt so viele. Eine Stadt in der Größe Zittaus ist zu klein, um selbst ein Theater zu tragen, weshalb seit den 90er Jahren die Trägerschaft in zwei Schritten auf den Landkreis überging. Dies war auch sinnvoll, da das Theater heute mit seinen Spielstätten in Zittau und Jonsdorf (Waldbühne) nicht nur ein Theater der Zittauer sondern ein Theater aller Einwohner im südlicheren Landkreis ist. Durch die Bildung des Großkreises hat sich diese Situation verändert: Für einen Einwohner von Weißwasser oder Schleife ist das Zittauer Theater nicht „sein“ Theater. Dies macht es schwierig, die volle Solidarität des ganzen Kreises für den Theaterstandort Zittau einzufordern.

    Zittau selbst ist wirtschaftlich zu schwach, um sowohl Sitzgemeindeanteil als auch anteilig den Trägeranteil für ein Theater zu tragen. Allerdings leben in Zittau und seiner Umgebung - je nach Zählweise - 50.000 bis 90.000 Menschen. Das wären ausreichende Größen, um ein Theater (mit-)zu tragen. Verschiedene kommunale Aufgaben werden von den hiesigen Gemeinden heute schon gemeinsam getragen, so in Abwasserzweckverbänden, in der Touristischen Gebietsgemeinschaft, beim Naturpark Zittauer Gebirge und beim Trixi-Bad. Als Bündnisgrüne meinen wir, dass dazu auch die gemeinsame Mitträgerschaft für das Theater kommen sollte.

    Wir schlagen daher vor, einen "Theater-Zweckverband" zu bilden, der den Sitzgemeindeanteil der Stadt trägt und an der Theater-GmbH beteiligt ist, somit anteilig den Kreis als Hauptgesellschafter entlastet. Dabei sollte die Stadt das einbringen, was sie bisher als Sitzgemeindeanteil trägt (ca. 535.000 €) und die Beteiligung der Nachbargemeinden kann dann als zusätzliche Finanzierung in die GHT-GmbH fließen.

    In früheren Jahren mag ja mancher insgeheim gedacht haben: "Warum soll man für etwas bezahlen, das man auch umsonst mitnutzen kann?" Eine solche Denkweise funktioniert wegen der veränderten Rahmenbedingungen heute nicht mehr. Wir stehen vielmehr vor der Alternative: "Entweder kommunale Solidarität und Beteiligung oder kein Theater mehr in unserer Region" ...

    http://www.gruene-goerlitz.de/meldung/browse/4/artikel/236/zittauer-buendnisgruene-schlagen-theater-zweckverband-vor.html

    Insofern wäre es sinnvoll, die Petition auch an alle Bürgermeister und Gemeinderäte im Zittauer Umland zu schicken.

    B'90/Grüne Stadt- und Regionalverband Zittau
    Zittau@gruene-goerlitz.de

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  6. Der Stadtrat hat übrigens folgendes dazu im August beschlossen:

    Beschluss-Nr.: 151/2011
    Der Stadtrat der Großen Kreisstadt Zittau beschließt:

    (1.) Die Stadt bekräftigt ihr Bekenntnis zum Gerhart-Hauptmann-Theater mit eigenständiger
    Produktions- und Spielstäte in Zittau und den festen Willen, alle eingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen.

    (2.) Der Oberbürgermeister wird beauftragt, dem Stadtrat Vorschläge für Maßnahmen mit
    dem Ziel zu unterbreiten, den Erhalt des Theaters in Zittau als eigenständige Produktions- und Spielstätte dauerhaft zu sichern. Dazu sind mit den Gemeinden im südlichen Landkreis, bedeutenden Wirtschaftsunternehmen, dem Landkreis Görlitz und der Stadt Görlitz Gespräche und Verhandlungen über eine verstärkte Kooperation für das Theater aufzunehmen.

    (3.) Die Stadt lädt alle Nachbargemeinden / Gemeinden des Altkreises Löbau-Zittau und Unternehmen ein, über ein Modell zur regionalen Mitträgerschaft an der Theater GmbH nachzudenken.
    Der Oberbürgermeister der Stadt Zittau informiert den Stadtrat im Januar 2012 über die Ergebnisse der Gespräche.

    (4.) Der Oberbürgermeister wird beauftragt, die Geschäftsführer der Theater GmbH, Herrn
    Arauner und Herrn Sawade, in den Stadtrat, der im Oktober 2011 tagt, einzuladen,. Bei dieser
    Stadtratssitzung soll ein Bericht über den aktuellen Zustand des Standortes im Hinblick auf
    personelle, finanzielle und andere mögliche Risiken gegeben werden.

    http://zittau.de/2_rathaus/stadtrat/2011/beschl_2011_08.pdf

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  9. Finde ich sehr sinnvoll, hier die anliegenden Gemeinden ins Boot zu holen.

    Vielleicht ist auch ein grenzübergreifendes Projekt mit Liberec, Česka Lípa, usw. sinnvoll. Ich ziele da auf diverse Fördermöglichkeiten (EU usw.) Zumindest ist mir da aktuell kein aktuelles Projekt bekannt. Dresden z.B. hat da schon einige Erfahrungen gesammelt, was die tschechisch-deutsche Kulturgestaltung angeht.

    Beispiele: http://www.bruecke-most-stiftung.de/index.php
    http://tschechische-filmtage.de/

    Muss sich denn Zittau an der Kreisgestaltung orientieren? Oder ist es sinnvoller, geistige und staatliche Mauern abzubauen und über den Tellerrand zu schauen.
    Eine Zusammenarbeit mit Liberec ist doch sinnvoller, als mit Görlitz:
    a) weil Liberec näher ist.
    b) ein zweisprachiges Theater auch kulturelle Anreize setzt.
    c) die tschech. Gemeinden an der dt. Grenze auch mal zu "uns" kommen könnten, um Kultur zu genießen.

    Die tschechisch-deutsche Zusammenarbeit muss mehr Gewichtung finden. Ganz ohne Scheuklappen!

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  10. Weitere Quellen:

    http://www.mzv.cz/munich/de/allgemeine_und_touristische/kultur_schulwesen_und_medien/index.html

    http://www.fondbudoucnosti.cz/Default.aspx?lang=de

    http://www.radio.cz/de/rubrik/kaleidoskop/zipp-deutsch-tschechische-kulturprojekte-in-prag-vorgestellt

    Das sind natürlich nur Gedankenstriche, aber vielleicht gibt es da Gestaltungsmöglichkeiten.

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